Wein Wege

Eine alte Legende sagt ...als Gott seine Segen verteilte, gab er den Dalmatinern die Weinreben..., denn dort, wo die Sonne die Steinfelsen bestrahlt, wo das Land durstig ist, wo Karst der Herrscher ist, dort überlebt nur schwer eine landwirtschaftliche Kultur. Und gerade dies ist Dalmatien, gerade hier hat die Weinrebe ihre Heimat gefunden.

vineDie ganze Geschichte Dalmatiens ist politisch, wirtschaftlich und auch künstlerisch an den Weinbau gebunden. Seit Urzeiten hat die Weinrebe, abgesehen von den Oliven und der Fischerei, das Schicksal der Einwohner an der Mitteladria bestimmt. Die jüngsten Untersuchungen zeigen, dass die Illyrer in diesem Gebiet die Weinrebe bereits zur Bronze- bzw. zur Eisenzeit kannten. Doch die richtige Entwicklung des Weinwesens in Mitteldalmatien ist mit der Gründung der ersten griechischen Siedlungen auf den Inseln verbunden. Es ist ein Schriftstück aus dieser Zeit vorhanden (Das Festmahl der Gelehrten), das bezeugt, dass in der damaligen Kolonie Issa auf der heutigen Insel Vis ein Wein hergestellt wurde, der im Vergleich zu anderen als der beste Wein der ganzen damaligen antiken Welt betrachtet wurde. Durch die Ankunft der Römer in diesem Gebiet wurde das Weinwesen erheblich gefördert. Wein kam aus Dalmatien in alle Gebiete des mächtigen römischen Imperiums. Angesichts der Wein-Reliefmotive im Diokletians-Palast in Split vermutet man, dass auch Kaiser Diokletian den Wein nicht nur genoss, sondern sich auch mit Garten- und Weinbau beschäftigte. Nachdem sie sich auch in Dalmatien ansiedelten, haben die Kroaten rasch den Weinbau übernommen und ihre Lehrer, die Römer, darin eingeholt. Schriftlichen Dokumenten zufolge wurde dem Wein im Mittelalter auf dem kroatischen Hof besondere Beachtung geschenkt. Dies ist aus der Tatsache ersichtlich, dass ein Hofoffizier erwähnt wird – ein Kelch-Gespan oder königlicher Wein-Einschenker, der für die Herstellung und Beschaffung von Wein für den Herrscherhof in der Zeit von der Herrschaft von Fürst Mutimir bis König Petar Kre{imir IV. zuständig war. Den Weinbau von Mitteldalmatien haben im späten Mittelalter die Städte stark beeinflusst, die als selbstständige Kleinstaaten organisiert waren (Split, Trogir, Hvar, Omiš u. a.). Die Freistädte haben das Weinwesen durch grundlegende Rechtsnormen, Statuten geregelt und haben es so geschützt. Mit dem Auftreten der Phylloxera (Reblaus), eines gefährlichen Parasiten der Weinrebe in den Weinbergen europäischer Staaten, stieg das Interesse für die dalmatinischen Weine, so dass der Export nach Frankreich und in andere Länder begann, der der hiesigen Bevölkerung materiellen Segen brachte. Als jedoch diese Krankheit auch die Weinreben in Mitteldalmatien befiel, kam es zur massiven Zerstörung der Weinberge, was viele Familien, die vom Weinverkauf lebten, an den Rand ihrer Existenz brachte.

Die schwerste Zeit in der Geschichte des Weinbaus von Dalmatien wurde auch von vineder sog. Weinklausel bzw. dem privilegierten Import italienischer Weine erschwert. Dies traf die Einwohner von Mitteldalmatien so sehr, dass sie nach besseren Lebensbedingungen suchen mussten und viele von ihnen nach Übersee auswanderten. Seit den 90-er Jahren werden neue Fundamente für die weitere Entwicklung des Weinbaus auf neuen Grundlagen, vor allem in Familienkellern geschaffen, die zusammen mit den Weinhandlungen den Hauptantrieb der Entwicklung darstellen. Die dalmatinischen Weine genossen der berühmte Forscher Marco Polo, der ungarische König Bela IV., die kroatischen Könige Tomislav und Zvonimir, in Wien trank ihn Franz Josef I. und in jüngerer Zeit auch der amerikanische Präsident Jimmy Carter, Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Kroatien, Prinz Rainier II. von Monaco, der belgische König und viele andere berühmte und gekrönte Häupter in vielen Ländern der Welt, in die diese Weine exportiert wurden.

Zagora (Hinterland von Dalmatien)

Die Weinbau-Subregion Zagora befindet sich im Hinterland von Dalmatien und wird durch die Gebirge Mosor und Biokovo vom Meer getrennt. Hier sind einsame Weinberge inmitten der Steinwüste ein häufiges Bild. An den Hängen des Biokovo wächst die Weinrebe in Dolinen und Talsenkungen, kämpft gegen den Stein um etwas Land und schlängelt sich oft um Felsen, was die Weinberge ungewöhnlich malerisch macht. Wenn man die stufenförmigen Hänge des Biokovo hinuntersteigt, verlässt man den Karst und Stein. Dem Auge gefällt das Bild des wunderschönen grünen Teppichs sehr, des Feldes von Imotski, in dem sich vorwiegend Plantagen von Weinbergen befinden. Hier überwiegt die Sorte Kujunđuša, eine Sorte von unbekannter Herkunft, da sie jedoch in den Weinbergen von Imotski sehr verbreitet ist, wird sie als die autochthone Sorte dieses Gebietes betrachtet. Die Einheimischen sagen, sie sei "wie eine Kaiserin und Heilige". Der Wein von dieser Sorte ist harmonisch und sein Bouquet besitzt Elemente der kontinentalen und südländischen Weine (er wird vom Unternehmen Imota aus Imotski und Grabovac aus Prolo`ac abgefüllt). Einen neuen Aufschwung für das Weinwesen dieses Gebietes bedeuten die Weinberge um Proložac (Zentrum des Weinhandels Grabovac) mit neuen autochthonen und europäischen Sorten von Weinreben. Durch die bergigen, in Dolinen, zwischen felsigen Hängen verstreuten Weinberge kommt man ins Feld von Vrgorac, genannt Jezero (= See), da das Gebiet einst teilweise unter Wasser lag. Auch heute noch wird das Feld bei großen Regenfällen größtenteils überflutet. Deshalb erntete man die Weinreben hier nicht selten aus Booten. In der grünen Pracht der vorwiegend Plantagen- Weinberge werden traditionelle Sorten (Medna, Zlatarica, Blatina, Trnjak, Plavina u. a. werden von den Unternehmen Imota aus Imotski und Opačak aus Makarska abgefüllt) sowie neue Sorten angebaut (Vranac, Merlot, Cabernet Sauvignon u. a. werden von Vinoplod d.d., Šibenik abgefüllt).

 

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